Einführung der ersten E-Busse der NIAG: ein Meilenstein für nachhaltige Mobilität

Festveranstaltung mit NRW-Verkehrsminister und rund 100 Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft in der Region

Nachricht vom: 26. Juni 2024

Die Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG (NIAG) feierte am Montag einen Meilenstein in ihrer 115-jährigen Geschichte: die Einführung der ersten Elektrobusse. Sie sind nach Auffassung des NRW-Ministers für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW, Oliver Krischer, der die Festrede hielt, der beiden Kreise Wesel und Kleve und der NIAG-Gesellschafter ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität. Rund 100 Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft waren bei der Präsentation der neuen Elektrobusse in Moers dabei.
 

Der Vorstand der NIAG eröffnete die Veranstaltung. Christian Kleinenhammann beschrieb die Bedeutung der neuen Elektrobusse als wichtigen technologischen Fortschritt und formulierte ein klares Bekenntnis zur Verantwortung der NIAG für Umwelt und Gesellschaft in der Region. Er dankte den zahlreichen Unterstützern und Partnern, die das Projekt ermöglicht haben.

Es folgten Statements der ÖPNV-Aufgabenträger und Gesellschafter. Ingo Brohl, Landrat des Kreises Wesel und damit Vertreter des zweitgrößten Anteileigners der NIAG, hob die E-Mobilität bei der NIAG als wichtiges Element im Mobilitätskonzept und Klimaschutzplan des Kreises hervor. Die NIAG und ihre Partnerunternehmen seien auf dem richtigen Weg. Einen „Wermutstropfen“ sah auch er in den auslaufenden Zuschüssen für elektrisch angetriebene Busse: Als der Kreis Wesel seine Ziele 2021 formuliert habe, sei man von einer „anderen Förderkulisse“ ausgegangen.

Christoph Gerwers, Landrat des Kreises Kleve, sprach über die Verkehrswende im Kreis Kleve und die Antriebswende im ÖPNV. Er sieht die beiden Kreise in einer Vorreiterrolle. Bund und Land seien gefordert, sie dabei zu unterstützen.

Als Vertreter des größten NIAG-Anteilseigners Rhenus betonte Michael de Reese die gemeinsame Verantwortung für den Klimaschutz und die Rolle von Rhenus und NIAG bei der Einführung alternativer Antriebe: „Als Mehrheitsgesellschafter freuen wir uns, dass die NIAG hier eine Vorreiterrolle einnimmt.“

Festrede von NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer

Der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW, Oliver Krischer bekräftigte in seiner rund 20-minütigen Festrede die Unterstützung des Landes für die Elektromobilität. Er lobte die Bemühungen der NIAG und ihrer Partner, den öffentlichen Nahverkehr nachhaltiger zu gestalten.

Elektrisch angetriebene Busse sind nach Auffassung des Ministers nicht nur ein wesentlicher Beitrag für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Auch die Menschen profitierten von ihnen. „Mir hat noch keiner gesagt: Ich will meinen Dieselbus zurück“, so Krischer.

Er sagte zu, dass das Land den von der NIAG und den Kreisen Kleve und Wesel eingeschlagenen Weg weiter finanziell unterstützen werde. Allerdings könne er nicht versprechen, dass das Land die ab 2026 wegfallende Förderung des Bundes komplett kompensieren könne.

So lief die Entwicklung zur Elektromobilität bei der NIAG

Unter dem Titel „Vom Antriebskonzept zum E-Bus“ erläuterte NIAG-Vorstand Hendrik Vonnegut die Schritte und Herausforderungen bei der Umstellung auf Elektrobusse. Er berichtete, dass die NIAG vor drei Jahren mit einer Konzeptstudie und Testphasen begonnen hatte, in denen verschiedene Elektrobusse und ein Wasserstoffbus erprobt wurden.

In den kommenden zwölf Monaten werde die NIAG Schritt für Schritt insgesamt 43 Elektrobusse in Betrieb nehmen. Dies sei nur möglich, weil alle Beteiligten und Partner an einem Strang gezogen hätten, betonte Vonnegut. Bis 2035 könnten es dann - fortlaufende Vorgaben von Aufgabenträgern und Fördermittel aus Bund und Land vorausgesetzt - insgesamt 333 Elektrobusse in der Flotte sein, inklusive der Fahrzeuge der Partnerunternehmen von NIAG und LOOK.

Vonnegut ging auch auf die Finanzierung des Projekts ein, die neben erheblichen Eigenmitteln durch Bundes- und Landesförderungen unterstützt wird: Für die ersten 43 Elektrobusse sind 12 Millionen Euro an Bundesmitteln vorgesehen.

Dazu werde der Ausbau der Ladeinfrastruktur stufenweise an den Standorten Moers, Wesel, Geldern und Kleve durchgeführt. Werkstattmitarbeiter:innen und Busfahrer:innen würden bereits für den Umgang mit Hochvolt-Technologie und den Betrieb von Elektrobussen geschult.

Ziel: Nachhaltigkeit und Kooperation

Für den Fall gleichbleibender Vorgaben durch die Aufgabenträger ist es, durch die abgeschlossene Umstellung auf Elektromobilität 18.000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr einzusparen. Dies entspricht ungefähr dem jährlichen CO2-Ausstoß von 4.000 Pkw oder dem CO2, das ein Wald von der Größe von 90 Fußballfeldern in einem Jahr aufnehmen würde.“

Peter Giesen, ebenfalls Mitglied des dreiköpfigen NIAG-Vorstands, sprach über die Nachhaltigkeitsziele der NIAG und die enge Kooperation mit den Kommunen. „Nachhaltigkeit und die enge Zusammenarbeit mit unseren kommunalen Partnern sind Kernpunkte unserer Strategie bei der NIAG. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unseren Beitrag zum Klimaschutz und gleichzeitig den Service für unsere Fahrgäste zu verbessern“, betonte er.

Die Einführung der ersten Elektrobusse ist nur der Anfang einer umfassenden Strategie der NIAG, die auf eine nachhaltige und effiziente Mobilität abzielt. Mit der kontinuierlichen Modernisierung ihrer Flotte und der engen Zusammenarbeit mit kommunalen Partnern will die NIAG einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen und zur Verbesserung der Lebensqualität in der Region leisten.

Geförderte E-Busse

Beschafft werden die Elektrobusse mit erheblicher finanzieller Unterstützung der öffentlichen Hand. Allein das Projekt mit dem Titel „E-Bus_NIAG_Neufahrzeuge“ wird im Rahmen der Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr mit insgesamt 8.496.000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

Dank an Mitarbeitende

„Gemeinsam können wir in der NIAG-Unternehmensgruppe stolz sein, die Umstellung auf diese innovative Antriebstechnik in dieser Größenordnung und in so kurzer Zeit organisiert zu haben. Damit leisten wir alle gemeinsam einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz“, betonte auch NIAG-Vorstand Christian Kleinenhammann. „Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Mitarbeitenden für ihre Arbeit und ihr Engagement bedanken, die diesen Meilenstein möglich gemacht haben. Ihre Beiträge sind entscheidend für den Erfolg dieses Projekts und für die Zukunft unserer NIAG.“

Nach der offiziellen Verabschiedung hatten die Gäste die Möglichkeit, die neuen Elektrobusse im Depot und im Außenbereich zu besichtigen und an Rundfahrten teilzunehmen. Die ersten E-Busse der NIAG tragen ein neues Design, über das die Menschen am unteren Niederrhein Ende 2023 abgestimmt haben. Rund 1.100 Personen hatten damals mitgemacht, 60 Prozent von ihnen entschieden sich für das niederrheinische Landschaftsmotiv. 
 

Auf dem Bild v.l.n.r.:

*    René Schneider, Mitglied des Landtag NRW
*    Dr. Werner Kook, Chief Representative Rethmann Group
*    Hendrik Vonnegut, Vorstand Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG NIAG
*    Peter Giesen, Vorstand Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG NIAG
*    Dr. Ansgar Müller, Aufsichtsratsvorsitzender Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG NIAG und ehem. Landrat Kreis Wesel
*    Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
*    Christian Kleinenhammann, Vorstand Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG NIAG
*    Christoph Gerwers, Landrat Kreis Kleve
*    Ingo Brohl, Landrat Kreis Wesel

 

Die Präsentation zur Festveranstaltung im Überblick:

 

Personen-Fotos: Frank Rogner, www.rognerfoto.de 
Bus-Fotos: Michael Block